Meine Kollegin Christa Bühl hat mir den folgenden Erfahrungsbericht über “Blog in der Grundschule” zukommen lassen. Christa Bühl arbeitet in der Wunderbuch Grundschule in Pfronstetten und führt den Blog Wunderbuch mit ihrem vierten Schuljahr. Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung.
Bloggen mit Grundschülern – ein Erfahrungsbericht
Einstieg ins Bloggen
Der Beitrag von Michael Gros bei Lehrer-online „Digitale Medien als Schreibanlass: Ein Klassen-Weblog“ ermutigte mich, ein Blog für meine damals dritte Klasse einzurichten. Die Möglichkeit, Medienkompetenz und Schreibkompetenz am gleichen Gegenstand zu erwerben, überzeugte mich.
Meine wichtigsten Ziele und Absichten waren folgende:
- Die freien Texte der Kinder einem größeren Leserkreis zugänglich machen und dadurch die Schreibmotivation wecken oder steigern.
- Das Blog als Klassen-Tagebuch nutzen und damit den Eltern eine zusätzliche Informationsmöglichkeit bieten.
- Die Bedeutung der Rechtschreibung deutlich machen.
- Das Blog als Teil der Schulhomepage einzurichten, so dass die Kinder sich aktiv an deren Gestaltung beteiligen können. Unsere Schulhomepage präsentiert zwar Texte, Bilder, Zeichnungen der Kinder, diese werden aber von uns Lehrerinnen veröffentlicht.
Michael Gros beschreibt in seinem Beitrag ausführlich Lernziele, Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts und die technischen Voraussetzungen. Außerdem bekam ich bei der Einrichtung des Blogs immer schnell Antwort auf meine E-Mail-Hilferufe.
Die von ihm empfohlene „wordpress“-Software ist eine gute Wahl. Wenn das Blog eingerichtet ist, ist die Verwaltung kein Problem mehr. Inzwischen bietet Michael Gros die Einrichtung eines Blogs an, man kann also „bestellen“ und loslegen.
Durchführung im dritten und vierten Schuljahr
Meine Schülerinnen und Schüler kannten Weblogs noch nicht, als ich ihnen das Vorhaben gegen Ende des dritten Schuljahres vorstellte.
Der Anmeldevorgang war ihnen bekannt, da wir ab dem ersten Schuljahr mit der Lesesoftware Antolin arbeiten. Auch mit der Schreibfunktion fanden sie sich schnell zurecht und schrieben selbständig ihre Beiträge als Mitarbeiter. Diese Beiträge kontrollierte ich auf Rechtschreibung, bevor ich sie veröffentlichte.
Nach einiger Zeit bot ich den Kindern die Möglichkeit an, zur Rolle des Autors/ der Autorin zu wechseln und somit die Verantwortung für die Rechtschreibung ganz zu übernehmen. Das klappt weitgehend, es gibt aber immer wieder Veröffentlichungen mit haarsträubenden Fehlern. Diese Fehler sind dann Anlass für Rechtschreibübungen.
Bald waren es so viele Beiträge, dass wir Themen einführten, die Kinder vergessen aber oft, die entsprechende Kategorie anzuklicken.
Die Intensität, mit der im Klassenblog geschrieben wird, wechselt, das hängt natürlich auch von der Beteiligung der Lehrerin ab.
Organisation und Technik
Die Kinder können in der Schule zu bestimmten Zeiten schreiben, sie gehen dazu in den Computerraum. (Ideal wäre ein PC mit Internetanschluss im Klassenzimmer, das haben wir nicht.) Unsere Rechner im Computerraum sind ziemlich alt, auf manchen klappt das Schreiben im Blog nicht oder nur sehr langsam. So ein Absturz frustriert sehr. Man sollte vorher unbedingt die Schul-PCs testen!
Die Kinder schreiben aber auch gern zu Hause.
Fazit
Welche der anfangs genannten Absichten und Ziele ließen sich bis jetzt umsetzen?
- Die Schülerinnen und Schüler freuen sich, wenn sie Rückmeldung zu ihren Beiträgen erhalten, im Blog schreiben auch Jungen, die sonst nicht so gern Texte schreiben. Motivierend wirkt, dass die Texte kurz sein dürfen.
- Die Bedeutung der Rechtschreibung wird verstanden, die Rechtschreibkorrektur im Schreib-Editor wird gern genutzt.
- Das Blog ist Teil unserer Schulhomepage, die Viertklässler haben es zu ihrer Sache gemacht. Sie gestalten es aber nicht als Klassen-Tagebuch, wie von mir ursprünglich beabsichtigt. Es ist für sie eher eine Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, an der Einbeziehung der Eltern sind sie nicht besonders interessiert. Die Veröffentlichung von Beiträgen zum Thema Schule erfolgt meist auf meinen Vorschlag oder Auftrag hin.
Der Einstieg ins Bloggen hat sich meiner Meinung nach gelohnt, das Schreiben im digitalen Medium ist ein Gewinn für die Kinder.
Christa Bühl
Wunderbuch-Grundschule
Pfronstetten
Blogadresse: www.wunderbuch.wunderbuch-gs.de

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